Mittwochabend.
«Du, Mutti.
Ich will heute Abend noch nicht ins Bett.
Ja, ich weiss, morgen geht die Schule.
Ja, ich gehe.
Aber bitte, Mutti,
schau die Stubentür nicht ganz zu.
Im Zimmer ist es feister wie in einer Kuh. Hey Brütsch,
hör auf zu atmen, halt die Schnurren,
gib Ruhe.
Der Luft bläst ums Haus,
keine Knochen mehr draussen auf der Strasse.
Es geht
ein Fieber durchs Land.
Ja, so.
Und ich weiss, wegen wem, wegen was.
Der Vater und die Mutter,
die Grossmutter und die Katze und der Hund,
das ganze Dorf sitzt am Kasten und hört,
wie er kommt.
Und jetzt,
hör auf,
jetzt kommt er nochmals.
Und jetzt klingt er nochmals über Berge und Tal.
Und ich liege im Bett und höre ihn kommen.
Der Gotthelf
aus *** Radio.»
Mit *** Wetter haben sie es gut erreicht.
Das Herbstlaub an den Bäumen hat in allen Farben gebrunnen.
Auf den frisch angesagten Achern ist bereits
ein heiter grünes Schäumchen gelegen und das Tof
der kalten Nacht hat auf einem Rieder ein Gräschen glitzert.
Der Himmel war lauter, fast euresichtiger
wie eine grässige Glocke.
Albeneisch hatte auf einem Achern einen schwarzen Kreis auf
und flog mit kisterigem Garten in den nächsten Wald.
In den Hostetten klopften Spechte.
Eichhörnchen
setzten sie über den Weg und riefen mit
wüten*** Ketter die glatten Stämme auf.
Und hoch in der Luft
suchten sie eine treibende Schneegänse in einem
schönen Dreijangel den Weg nach einem wärmeren Land.
«Fräneli,
ich verspreche dir höch und endlich...»
«Nein,
sag nichts! Sag kein Wort mehr,
ich kann das ja doch nicht glauben.
Geh lieber raus aus Spansrossa.
Wir wollen nach Hause.»
«Nein,
so können wir hier nicht fort.
Nur zwei Minuten lang musst du mir abhören.
Nur ein Minuten.»
«Nein, nicht.
Geh,
sonst verliere ich den letzten Rest meiner Kräfte.
Geh.»
«Gut.»
«Halt! Du bleibst mir hier, hast du gehört?»
«Wie?
Wenn es mir doch um keinen Preis geht,
will ich abhören,
was ich ihm gesagt habe.»
«Spar mir die Worte,
du versuchst es auf einem anderen Weg. Du bist doch
schliesslich ein Mann und nicht ein einfalter Glückli.»
«Ich meine...»
«Ja, ja, und noch einmal ja.»
«Nein!
Halt die Haare! Hau rein!»
«Wenn du jetzt nicht spürst, wie ich dich mag,
kann uns beiden niemand mehr helfen.»
«Und wenn du mich nicht sofort loslässt...»
«Niemand kann uns mehr helfen.
Kein Mensch.»
«Herr,
hier sind wir beide.
Hier
zu deiner Rechten.
Möge er euch alle Zeit die Kraft schenken,
dass ihr einander in christlicher Liebe stützt
und traget.
Bis an das Ende eurer Tage.
Amen.» «Amen.»